Das war Harz 8

Western im Harz

Ob Buffalo Bill im Big Moose Salon eingekehrt und die Bardamen aufgefordert hätte einen Whisky einzuschenken? Vielleicht, aber er hätte nicht erahnen können, dass vor jenem Salon der Westernstadt Pullman City exakt gezählte 1036 Quads und ATV den Staub der von Pferden zertretenen Wege aufwirbeln und im Jahre 2010 zum Mekka der Quadszene verwandeln würden.


Erdacht und organisiert durch die Quad-Freunde-Harz entstand am ersten Juni Wochenende die achte Wiederholung des wohl größten Quad-Treffens Deutschlands und der damit verbundenen Pflege der kleinen aber feinen Szene. „Wir kommen bereits zum sechsten Mal in die Westernstadt. Hier treffen wir einfach die ganzen Verrückten und verbringen eine geile Zeit zusammen!“, berichtete Steffan aus Höxter. „Die paar Kilometer haben wir auf eigener Achse zurückgelegt!“, ergänzte er und stellte damit klar, dass das Fahrerlebnis zum Event gehört und einen großen Teil der Faszination darstellt.

Auf dem Weg zur Westernstadt waren die Straßen rund um Hasselfelde bevölkert von Frischluftfahrern, die zum Treffen gondelten, oder an verschiedenen Ausfahrten im landschaftlich reizvollen Harzer Umland teilnahmen. Durch die Quad-Freunde-Harz wurden dabei ebenso Fahrten angeboten, wie durch einzelne Quad oder ATV-Cliquen, die auf eigene Faust die Region auf ihren Feuerstühlen erkundeten, dabei aber durch die wachsamen Augen unserer Ordnungshüter beobachtet wurden. Derart viele Quads sind selten im Straßenbild zu erleben und zogen die Blicke von Fußgängern trotz unzähliger Motorradjünger magisch an.

In Elbingerode  konnte eine Crossbahn befahren und das eigene Gefährt an die Grenzen der Leistungsfähigkeit gebracht werden. Die Harzer Mile bot Gelegenheit Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit des fahrbaren Untersatzes zu testen und sich mit Gleichgesinnten legal zu messen. Im Gegensatz zu diesen Hochgeschwindigkeit-Events lud ein kleiner Trialbereich zum Befahren ein und ließ die eigenen Fähigkeiten deutlich werden. Beobachtet von unzähligen Zuschauern die den Weg zur Veranstaltung fanden, fuhren einzelne Fahrer ihre ATV und Quads fest und wurden durch den Einsatz umtriebiger Helfer aus ihrer misslichen Lage befreit. „Das Gelände ist riesig, aber hier zählt eher das Zusammensein!“, brachte es ein weitgereister Fahrer aus Freiburg auf den Punkt.

Auf dem Gelände selbst waren die Fahrmöglichkeiten eher beschränkt, aber keinesfalls mangelhaft und boten eben ausreichend Möglichkeit die Feuerstühle artgerecht zu bewegen.  Wer trotz Sonnenschein und Temperaturen um 28 Grad nicht auf Dreck und Schlamm verzichten wollte, befuhr gemeinsam mit anderen Wilden die Schlammkuhle: auf einer Weide gelegen wurde ein tiefer Graben zur Schlammwanne und machte aus blitzenden Fahrzeugen binnen Sekunden vor Dreck strotzende Monster. 

Neben diesen Veranstaltungen bot das Abendprogramm Zeit für gemeinsame Tanzeinlagen und interessantes Fachsimpeln über Technik und Fahrzeuge. Live Musik und ein stimmgewaltiger Sänger ließen den Saloon beben und beendeten einen gelungenen Tag mit guter Laune und Lust auf mehr.

Im nächsten Jahr sollte die grandiose Veranstaltung eine Fortsetzung erleben und erneut hunderte Quadfahrer anziehen.

(B.Zink, Qaudwelt)




 

 

 

 

 

 

 

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